25.08.2016      Der letzte Standort auf dieser Seite war der Mt. Rainier Nationalpark. Am 25.08. waren wir auf dem Eastside Trail unterwegs.


Hitzewelle im Süden von British Columbia ..... 28.07.2016

Wir sind in Lillooet (Britisch-Kolumbien, ca. 250 km nordöstlich von Vancouver) angekommen. Dort haben wir uns gleich auf den Campingplatz des Energiekonzerns BC-Hydro begeben, denn ---- der ist kostenlos. Wir hatten Glück und haben ein nettes Plätzchen im Schatten gefunden. Dem Vorschlag von Hans, sich gleich für fünf Tage einzuschreiben, bin ich gerne gefolgt: Jetzt gibt es "Urlaub vom Urlaub". Keine Fahrerei mehr, Lesen, in Lillooet herumschlendern, die nähere Umgebung erkundschaften und - im Seton-Lake baden gehen. Der ist herrlich erfrischend. Na ja, so 20 Grad wird er auch haben. Aber im Vergleich zur Außentemperatur von 37 Grad würde ich das erfrischend nennen.

 

Lillooet hat heute den Hitzerekord in ganz Britisch-Kolumbien gewonnen. Unsere Gedanken sind nur noch: Wasser - Wasser - Wasser. Unweit unseres Campplatzes gibt es in knapp 100 m-Entfernung den Cayoosh Creek, der kaltes Gletscherwasser mit sich führt. Der ist für das ganz schnelle Herunterkühlen geeignet.

 

Summa sumarum: Hans hat beste Laune, noch einen Standplatz im Schatten ergattert zu haben. Kennzeichen: Göttergatte läuft pfeifend durch die Gegend.

 

Unten ein Bild von unserem letzten Bad an diesem Tag im Seton Lake. Uhrzeit: gegen 20:00 Uhr OT.


Tolle Bergstraße    29.07.2016

Der Highway 99 von Lillooet nach Vancouver (oder auch Duffey Lake Road nach dem gleichnamigen See, der an der Strecke liegt) ist malerisch. Wieso diese Straße, die hoch und runter führt und immer wieder 13 % Steigungen und Neigungen aufweist, mit dem Mountainbike befahren?

Es ist eh wieder Sporttag, also los. Um nicht vollständig in der Hitze fahren zu müssen, haben wir uns um 8:30 Uhr auf den Sattel geschwungen. Doch das war auch schon zu spät. Am Berg verfluchte man die Sonnenabschnitte und freute sich über Schattenstrecken. Puuh, es ging erst einmal kilometerlang, so an die 5 km nur hoch. Die Schilder mit den Steigungsangaben übersah ich geflissentlich und versuchte, einen gleichmäßigen Tritt hinzubekommen. Was hier in Kanada toll ist, ist die "Anteilnahme" der anderen Verkehrsteilnehmer. Öfters mal hörte man aus dem Autofenster einen Kommentar oder bekam den Daumen in die Höhe entgegengestreckt. Da läuft es doch gleich wie geschmiert.

 

Nach dem Überfahren des höchsten Punktes, wir hatten 400 anstrengende Höhenmeter bewältigt, ging es dann gleich wieder bergab.... um dann sofort wieder anzusteigen. So langsam dämmerte mir, dass dieses Auf und Ab sich kilometerlang fortsetzen würde. Ich überholte Hans und machte ihm klar, dass mir 600 Höhenmeter heute genug sein würden. An entsprechender Stelle kehrte ich um, während Hans seine Muskeln noch etwas weiter strapazieren wollte.

Wieder auf dem Pass angekommen, traf er kurze Zeit später ebenfalls ein. Nach einem weiteren Kilometer war auch für ihn der Umkehrpunkt erreicht gewesen. Die Steigungen waren ganz schön anfordernd und wir sind eben nicht trainiert, was Biken angeht. Die Abfahrt haben wir genossen - mit dem Bike lässt es sich halt doch schneller um die Kurven sausen als mit dem Auto, was ich mit Genugtuung sah. Wir zogen eine kleine Autoschlange hinter uns her...

 

Das Bild unten ist ein Blick zurück ins Tal Richtung Lillooet. Unser Campingplatz ist rot eingekreist.

Der See rechts ist der Seton Lake, unser Badesee.


Wandertour zu den Joffre Lakes .... 30.07.2016

Ok, Wanderung ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Als wir nach gut 60 km Fahrt am Parkplatz ankamen, standen schon die ersten Autos entlang der Straße. Typisch Hochsaison!

 

Wir entschieden uns dennoch die Wanderung zu den drei Seen, die übereinander liegen und eine wunderschöne Türkisfarbe aufweisen, zu machen. Also Nugget einen Kilometer entfernt parken und anwandern. Um den Massen etwas zu entgehen, setzten sich unsere Beine wie von selbst in einen schnellen Trott (irgendwie können wir schon gar nicht mehr anders...)

 

Auf dem Rückweg joggten wir die 4,7 km runter zum Parkplatz. Fazit: Das Bergpanorama mit den Seen ist einen Besuch wert - aber so denken viele.... leider....

 

Unten die Wandertour in roter Markierung (9,5 km gesamt, 330 Hm, Hinweg: 60 min, zurück: 45 min)

Bilder von dem mittleren und dem oberen Joffre Lake.

 

Die beiden Steinturmbauer haben auf Nachfrage der Veröffentlichung auf meiner Homepage zugestimmt.


Alles für das leibliche Wohl ... 30.07.2016

Es gibt eine Schwierigkeit in den Staaten Nordamerikas  - diese besteht darin, ein gutes Brot zu finden. Unter einem guten Brot verstehen wir z. B. ein knackiges Ciabatta oder ein Baguette, oder einen schönen Brotleib, der nicht in den ersten Stunden seines Daseins zu einer weichen Masse für Gebissträger mutiert.

 

In Lillooet sind wir fündig geworden. Ein Kanadier, der sein Handwerk in einer Bäckerei gelernt hat, die das französische Backwerk versteht, hat in Lillooet seine Goldgrube aufgemacht. Croissants, Plunderstücke, Rosinenbrot und tolle Brotlaibe - alles was das Herz begehrt. Damit die weitergehende Versorgung auch gewährleistet ist, hat er uns gleich die Bäckerei-Adresse seines Freundes auf Vancouver Island mitgegeben. Also - wer gute Backwaren will - der gehe zur a-bun-dance Bäckerei in Lillooet!


Regentag in Lillooet - etwas über den Fraser River ... 31.07.2016

Seit gestern Abend regnet es (Gott sei Dank!) und die Temperaturen bewegen sich jetzt nur noch um die 25 Grad. Wir nutzen den Tag, um im Auto mal wieder aufzuräumen, die frisch gewaschene Wäsche einzusortieren und um zu lesen.

 

Am Nachmittag erkunden wir das Gebiet um die alte Holzbrücke, die "Brücke der 23 Kamele", über den Fraser River. Der Fluß hat eine braune Farbe, und das nicht nur, seit es geregnet hat. Er bringt viele Sedimente mit sich. Die Fließgeschwindigkeit ist recht schnell. Beobachtet man die Wasseroberfläche, dann sieht man, dass es viele Strudel und gefährliche Strömungen gibt.

 

Der Fraser ist für seine reichen Fischgründe berühmt. Derzeit ist zwar in Sachen Lachsfang nichts los, aber man kann im Fraser prinzipiell gleich mehrere Lachsarten fangen. Die Lachse kommen immer zu bestimmten Zeiten den Fraser hochgeschwommen, um zu laichen. Die Pazifik-Lachse suchen dabei den Bachlauf auf, in dem sie auch geboren wurden. Speziell für die Pazifik-Lachse ist dabei, dass sie nach dem Ablaichen selbst sterben und den Bach wieder hinuntertreiben, wo sie dann zum einfachen Futter für Bären, Greifvögel und andere Wildtiere werden.

Jede Lachsart ihre eigene "Zug-Zeit".  Der Sockeye-Lachs, der eine rötliche Hautfarbe hat, kommt hier erst im Spätherbst (Sept./Okt.). Die beste Zeit, ihn im Fraser zu sehen, ist im Oktober. Noch besser als im Fraser ist es, den Adam-River in der Nähe von Kamloops im Herbst aufzusuchen, teilt uns Hans (ja, den Namen gibt es noch öfters), unser schweizgebürtiger Camp-Nachbar mit. Er muss es schließlich wissen, da er ja Fischerei-Offizier in Lillooet war. Wenn die Fische an ihren Laichgründen angekommen sind, haben sie eine lange Reise hinter sich. Das können in drei Wochen mehrere hundert Kilometer sein.

Außer dem Sockeye gibt es noch den Chinook, den Chum-Lachs, den Coho-Lachs und den Pink Salmon. Für die indianischen Ureinwohner stellt der Lachs schon immer ein Grundnahrungsmittel dar. Sie haben auch keine Reglementierungen beim Lachsfang zu beachten, sondern können für ihren Bedarf so viel fangen wie sie möchten. Dabei fischen sie hier beim Fraser River mit Netzen, die an langen Stangen befestigt werden, da das Ufer sehr steil ist. Früher wurden auch Schaufelräder im Fluss befestigt (wir sahen sie bei Haines), um den Lachs "herauszuschaufeln". Diese "Fish-Wheels" sind heute aber generell verboten. Bei Haines / Alaska waren sie nur zu Forschungszwecken noch im Einsatz. (s. Foto).

 

 

Die indianische Bevölkerung oder besser First Nations trocknen den Fisch an Leinen, um ihn haltbar zu machen. Es sind ganz einfache Holzgestelle, die am hohen Uferrand aufgebaut sind. Der Lachs braucht dank des Windes im Fraser-Canyon nur 5-7 Tage, bis er haltbar gemacht ist. Die Trockenvorrichtungen zeigt das nächste Foto.

Auf der alten Holzbrücke (Bridge of the 23 Camels) befand sich ein Adlernest. Ein Fischadler-Pärchen nistete dort. Der Nachwuchs ist schon recht groß. Wir beobachten das Spektakel, als ein Elterntier ankommt.

Britisch-Kolumbien hat das größte Jade-Vorkommen in Kanada. In Lillooet wurde in der Vergangenheit viel Jade gefunden. Einzelne Stein-Zeitzeugen in der Stadt geben den Hinweis darauf. Wir sind der Meinung, auch einen kleinen Fund gemacht zu haben und halten ihn zum Vergleich an ein Ausstellungsstück. Ist doch ganz ähnlich, nicht wahr?

Beim Schreiben des Reisetagebuchs gibt es draußen einen wunderschönen Regenbogen, den ich Euch nicht vorenthalten will.


Faulenzen  .... 1.08.2016

Heute Morgen haben wir ein kurzes Bike-Training von 90 Minuten absolviert und danach fanden wir, dass wir für diesen Tag genügend getan hatten....

Während ich nebenan Dan auf seiner Gitarre spielen hörte, schaukelte ich sanft in der Hängematte und schlummerte vor mich hin. Unweit hörte man den Cayoosh Creek rauschen. Ein sanftes Lüftchen fächelte kühle Luft in meine Hängematte.

Hans lag auf auf seinem "Diwan" im Auto und war von seinem fesselnden Roman nicht mehr wegzukriegen. So verging Stunde um Stunde. Gegen Mittag verabschiedeten wir Dan und Lori sowie deren Mutter Betsy, mit denen wir manch netten Plausch gehabt hatten. Betsy schenkte uns einen Pin der freiwilligen Feuerwehr von Lillooet als Erinnerung an die schönen Tage auf dem Campingplatz. Als die Drei um die Ecke fuhren, schwangen wir uns auf unser Bike, um uns im Ort mit einer Portion Eis zu beschäftigen.


Kurzaufenthalt in Whistler und Flucht....2.08.2016

Es regnet, als wir von unserem Campingplatz bei Lillooet aufbrechen. Die ganze Nacht schon hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet. Als wir über die Berge in Richtung Whistler fuhren, lagen viele heruntergespülte Steine auf der Straße. Mit Tempo 40-50 schlichen wir über den Highway 99.

 

Unten in Pemberton (ca. 1.000 Hm tiefer), waren die Straßen dann wieder trocken. Wir erledigten unseren Einkauf hier, denn wir wollten uns in dem sehr trubelhaften Whistler keinem Einkaufsstreß aussetzen. Whistler ist schon eine Herausforderung   zumindest, was die Parkplatzsuche angeht. Aber diesmal hatten wir Gück, keine endlose Kreiserei auf der Suche nach Parkraum. Wir fanden in einer Nebenstraße ein Plätzchen.

 

Dann schlug meine Sternstunde. Für Hans dagegen begannn eine Geduldsübung: Ich klapperte die verschiedenen Sportgeschäfte ab, immer in der Hoffnung auf einen großen Fang beim Sommerschlußverkauf. Hans wartete derweil brav draußen. Weit gefehlt - heute hatte ich kein Anglerglück. Whistler ist ein teures Pflaster. Wir angelten aber dann doch noch etwas für’s Abendessen: Ein Gockel ging Hans in die Einkaufstüte. Ich weiß nicht wie viele dieser Gattung Federvieh wir schon einverleibt habenn. Ich denke – mehr wie 20 müssen es jetzt nach fast drei Monaten "Leben auf der Straße" bestimmt schon sein...

Zum Abschluss schauen wir noch kurz den Downhill-Fahrern am Mt. Blackcomb zu, nur um festzustellen, dass es schon eine sehr faule Sache ist, sich vom Sessellift hochfahren zu lassen und dann die Strecke abwärts zu biken.

 

Mittelding zwischen okertal und Elbsandstein: kraxeln auf dem stewamus chief bei squamish ... 3.08.2016

Ein leichter Nieselregen und Nebel, der tief in den Bergen um Whistler hängt, lässt uns überlegen, ob es nicht doch besser wäre, tiefer Richtung Squamish zu fahren und dort eine Wanderung zu machen.

Wir entschieden uns, den Stawamus Chief Mountain bei Squamisch anzugehen. Der "Chief" ist ein großes, einzeln stehendes Granit-Massiv, anscheinend das zweitgrößte nach dem Gibraltar-Felsen. Zwischen 600 und 700 Höhenmeter sind zu bewältigen, um zu den Gipfeln zu kommen. Der "Chief". hat drei Gipfel.  Wir schätzen, dass wir für unsere gesamte Runde zum zweiten und dritten Gipfel der Gruppe ca. 3 Stunden benötigen werden.

 

Der Weg geht erst einmal steil bergauf. Mittels Treppenstufen und breiten Holzleitern gewinnt man schnell an Höhe. Auch der Puls geht schnell hoch. Macht nichts, weiter - wir haben ja  schließlich noch Einiges vor uns. Der Weg führt an den steilen Granitwänden des Chief entlang. Man läuft alles im Regenwald. So stört es uns auch nicht, wenn man auf Grund des Nebels, der immer noch tief hängt, keinen Ausblick auf die Howe-Bucht haben kann.

 

Im Bereich von 600 Hm kommt man auf Granitfels und der Weg wird interessant. Da gibt es Passagen, die ausgesetzter sind und mit Ketten gesichert sind. Der Kanadier liebt es nicht, Wegmarkierungen auf den Fels zu malen. Alle Wegzeichen befinden sich an Bäumen. Hat es keine Bäume mehr (wie z. B. auf felsigem Gebiet), wird es schwieriger mit der Wegfindung. Aber das gibt dem Ganzen die Würze....

 

Der Gipfel (Summit 2) ist kaum markiert. Man merkt erst, dass man oben am höchsten Punkt war, wenn schon wieder der Abstieg beginnt. Nun geht es zum Nordgipfel. Hier ist die Markierung wieder enger gesetzt und nach einem Anstieg über griffigen Granitfels wehen uns schon Nepal-Fähnchen entgegen.

 

Auf dem Abstieg fühlen wir uns wie in einer Wald-Kathedrale. Hoch oben über uns thronen die Baumwipfel der alten Douglas-Tannen und der Rotzedern. Andächtig bleiben wir immer wieder stehen.

 

Vorsichtig steigen wir über die vielen Wurzeln, die sich über dem Weg ausbreiten. Wir fühlen uns, als wären wir bereits auf dem West Coast Trail. Über Steine klettern, Baumbrücken nutzen und immer wieder Steilstufen mit Wurzeln übersät erklimmen - das ist ganz nach unserem Geschmack.

Nach 2 Std. 45 Min. sind wir wieder am Wanderparkplatz angekommen.

 

Der Stawamus Chief ist ein Granit-Klettergebiet mit Weltruf. Im Sommer tummeln sich hier viele Kletterer aus der ganzen Welt. Sie bleiben oft wochenlang, um sich in den gut 3.500 Routenmöglichkeiten ihre Kletterpläne zu erfüllen.

Wir übernachten auf dem Parkplatz der Kletterer, nachdem wir von Einigen erfahren hatten, dass es dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren keine Schwierigkeiten gibt seitens der Parkverwaltung. Abends haben wir einen wunderschönen Blick auf Squamish und die Howe Bucht. (s. unten)


Vancouver-Geschichten .... 5.08.2016

Wir sind im Norden von Vancouver angekommen und haben den Shop der Fa. Arcteryx aufgesucht. Hans wollte sein Problem mit seiner hochwertigen, 3-lagigen Goretex Jacke schildern und die Jacke ggf. von Arcterys reparieren lassen. Nach der ersten Wäsche war der untere Saum an der Jacke aufgegangen und er musste diesen wieder ankleben. Auf unserer Reise ist dann noch die Kordelbefestigung gerissen. Wir wurden aber vom Factory Store an den Kundenservice verwiesen. Es tröstete uns zu hören, dass die Jacke eine lebenslange Garantie hat.

 

Ok, also sind wir erst einmal einkaufen gegangen und haben dann vom Einkaufszentrum aus Konktakt mit der Hauptverwaltung von Arcterys in Vancouver telefonisch Kontakt aufgenommen. Dieser wurde uns erleichtert, weil wir Tanja, eine Österreicherin am Telefon hatten, und da ließ sich das Problem doch gleich einfacher erklären. Tanja bat uns, zur Hauptverwaltung bekommen, woraufhin wir uns gleich in Bewegung setzten.

Dann ging das Ganze recht schnell: Mit einer Kollegin schaute sie sich die Jacke an. Beiden fiel auf, dass sich die Goretex-Schicht schon von den anderen Schichten abgelöst hatte. Die Nähte an der Kapuze erwiesen sich bereits als wasserdurchlässig. Auf jeden Fall hatten wir Glück, denn Arcteryx zeigte sich sehr kulant. Das Problem wurde insofern gelöst, dass Hans eine neue Jacke zu einem Sport-Fachgeschäft auf Vancouver Island (wo wir die nächsten zwei Wochen verweilen) gesandt bekommt. Arcteryx selbst wird sich mit der Fa. Gore wegen des Schadensfalles auseinander setzen.

Eines kann ich allen Sportlern, die solche Gore-Jacken von Arcteryx (Theta AR Beta etc.) besitzen, nur sagen: Wascht Eure Jacken regelmäßig, wenn sie benutzt wurden und steckt sie anschließend in den Trockner (ihr hört richtig!). Das soll verhindern, dass sich die Säume lösen. Schaut Euch die Internet-Waschanleitung von Arcteryx auf youtube dazu an!

 

Wir haben wieder, wie vor 6 Jahren den Ambleside Park zum Übernachten aufgesucht. Er bietet einen schönen Blick auf die Lions Gate Brücke, die den Burrard Inlet überspannt und Nord-Vancouver mit dem Zentrum verbindet.

 

Neben dem Strand hat der Park im hinteren Teil ein Wasserschutzgebiet, in dem viele Vögel ihre Heimat haben.  Die erste Aufnahme zeigt die schöne Baumbewachsung im Park. Die Taubenschar kam immer wieder im Sturzflug über den See geflogen, teilweise gejagt von Raben. Das nächste Bild zeigt einen Blue Heron, einen Blaureiher.

Am Tag sind sehr viele Besucher in diesem Freizeitpark mit Strand, doch abends stellt sich eine wunderschöne Ruhe ein. Nur die letzten Hundegänger ziehen noch ihre Abendrunde. Aus dem Wohnmobilfenster kann ich sehen, wie Dutzende Leuchten an der Brücke angehen, die im Licht der Abenddämmerung schimmern und die Brücke in ein romantisches Licht tauchen.

 

Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden, wollte ich doch ein Photo der Lions Gate Brücke in der aufgehenden Sonne machen:

 

 

Radl-Tour in Vancouver ... 5.08.2016

Während wir frühstücken, beobachten wir, dass die Raben, die den Park besiedeln, aus der Luft Miesmuscheln fallen lassen, um diese dann auf der geteerten Straße aufzuknacken. Geschickt, welche Methode sie sich angeeignet haben, um an das köstliche Innere der Muscheln zu kommen.

 

Dann schwingen wir uns auf die Räder, um den sogenannten „Seawalk“, den Weg, der entlang der verschiedenen Vancouver-Meeresarme führt, entlang zu radeln. Der Weg ist sowohl für Biker, Inline-Skater und Fußgänger/Jogger gemacht. Nachdem wir die Lions Gate Brücke passiert haben, geht es zuerst durch den Stanley Park, um dann alles am Wasser entlang Richtung Granville, einem weiteren Stadtteil, zu radeln. Mit uns sind bereits schon viele Vancouveraner – ob auf dem Bike oder joggend – unterwegs.

 

Je später es wird, desto mehr Touristen kommen auf den Seawalk. Auch Einheimische unterschiedlicher Couleur sieht man. Tolle Erfahrung von unterwegs: Wir überholten zwei Sikhs auf Fahrrädern, von denen der eine doch tatsächlich einen Dolch an einem Schulterhalfter dabei hatte! Das fühlte sich surreal an...

 

Man muss schon aufpassen, dass die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sich nicht behindern, zumal noch Radfahrer- und Fußgänger-Gegenverkehr zu beachten ist. Hans und ich benutzen eifrig unsere Klingel, um andere Radfahrer auf uns aufmerksam zu machen. Hans nutzt die Klingel auch als Erziehungsmaßnahme: Hey, ihr anderen Radfahrer, habt ihr keine Klingel, um auf Euch aufmerksam zu machen?? Als er dann aber einmal fälschlicherweise auf die Fußgängerseite gerät, ohne es zu merken, und dann alle Fußgänger zusammenklingelt…., da habe ich ihn dann doch mal auf seinen Fauxpas aufmerksam machen müssen. Da taten mir die Zweifüßler dann doch leid.

Manch Fußgänger oder Jogger war mit Knopf im Ohr unterwegs. Tja Hans, da half auch kein Klingeln mehr, sondern es war schlichtweg einzukalkulieren, dass der Fußgänger vor Schreck einen Schritt in die falsche Richtung macht. Das muss man beim Überholen einkalkulieren, also war besondere Vorsicht und langsames Fahren geboten.

 

 

Nach einer Stunde Fahrt machte sich der Hintern bemerkbar, zumindest bei "jenen", die keine Fahrradhose anhatten. Pause und Verköstigung war angesagt. Mittlerweile sind wir Stammkunden bei der Subway-Kette, deren Sandwiches zumindest reichhaltig mit Gemüse gefüllt sind. Danach ging es weiter, bis wir nach ca. 20 km wieder die Rückreise antraten.

 

Wieder zurück am Auto, waren wir soweit erhitzt, dass der Sprung ins kühle Meer erwünscht war. Total wohltuend! Schnell abgeduscht, eine Portion Pommes verinnerlicht und dann ging’s ab nach Horseshoe Bay, um die nächste Fähre nach Vancouver Island zu nehmen.

 

Unten ein Bild von der Fähre mit Blick auf die Downtown von Vancouver.

 

 

 

West Coast Trail auf Vancouver Island in 6 Tagen (75 km)

Wir haben uns in den sechs Tagen auf dem West Coast Trail (WCT) gefunden und haben vieles gemeinsam erlebt. Das sind unsere WCT-Freunde:

 

Rick (Richard - links) und Len (Leonard - rechts), die zwei Brüder aus Vancouver Island:

Kavan und Rebecca aus Vancouver, von mir betitelt als "schwere Ladies", weil sie einen so schweren Rucksack (Anfangsgewicht um die 26 kg) durch den WCT getragen haben...

Jeff und Tracy, das Ehepaar aus Surrey südöstlich von Vancouver. Hier ganz stylisch mit einer "gebunkerten Cola", extra für den Darling River-Campingplatz...

und die "verrückten Deutschen" (fragt die Anderen, weshalb wir so genannt wurden...)

Tag 1: Vom Start bei Gordon River zum Campingplatz Camper Creek - 13 Kilometer ... 7.08.2016

Dieses Mal waren wir richtig locker drauf – eigentlich ein bisschen zu locker, denn wir sind erst um ca. 7.30 Uhr aufgestanden und – hatten weder gefrühstückt noch gepackt. Die Fähre zum Start der Wanderung fuhr um 8:45 Uhr ab! Also nichts wie einen Kaffee runterschlucken, alles hastig zusammensuchen und dann ab im Galopp zur Fähre.

 

Unser Fahrzeug haben wir auf einem „bewachten“ (na ja, eher bezahlten) Parkplatz hinterlassen im Vertrauen darauf, nach einer Woche Bikes und Auto unberührt wieder zu sehen.

 

Ich war somit nicht erstaunt, als ich beim Fähranleger meine Beine anschaute. Am linken Bein hatte ich eine Gamasche von Hans an, die mir fast bis zum Knie ging. Rechts trug ich eine von Gaby erstandene Sea-to-Summit-Gamasche, die entsprechend kürzer ausfiel. Egal, was soll’s. Später wird eh alles von Schlamm bedeckt sein.

 

Pünktlich um 8:45 Uhr setzten wir mit der Fähre über. Der Indianer-Stamm am Gordon River verdient sich eine goldene Nase. Pro Mann hat man 16 kanadische Dollar zu berappen, um keine nassen Füße (bzw. Kleidung) zu bekommen.

Nun begann der Tanz über Wurzeln, Stämme und Steine. Der erste Leistungstest mit vollbepacktem Rucksack war eine 90 Grad-Leiter, die einen Steilhang überwand. Hans entrüstete sich. Unser Sicherheitsexperte meinte, dass Hiker, die von der anderen Seite kommen würden, hier eine letzte Hürde hätten. Ist man entsprechend erschöpft und unkonzentriert, bedeutet diese lange, steil abfallende Leiter ein unnötiges Risiko.

Zugegeben, meine mindestens 18 Kilo im Rucksack zogen mich auf der Leiter auch in Richtung Strand runter…Ja, ja, erster Schnauftest…


Wir haben erst einmal mit langsamem Wandertempo angefangen. Uns war klar, dass wir ohnehin nur langsam vorwärts kommen würden. Wir rechneten vorsichtshalber mit einem Kilometer pro Stunde Marschtempo. Erfreulicherweise waren wir etwas schneller unterwegs und machten so um die 2 Kilometer. Es würde wohl kein Problem sein, den angepeilten Zeltplatz am Camper Creek vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Also war genügend Zeit vorhanden, auf dem Weg auch mal ein Schwätzchen zu halten…

Was dann Hans auch ausnutzte. Er blühte regelrecht auf, freute sich, nach unserem ersten WCT im Jahr 2010 wieder in diesem schönen Naturparadies zu sein und nahm wirklich jede Chance wahr, sich mit anderen Hikern auszutauschen. Es ist ungewöhnlich, dass ich diejenige bin, die voranschreitet und auch mal auf den anderen wartet. An diesem Tag war es definitiv so. Für mich war es dann taktisch nur wichtig, in der Wartezeit eine entlastete Stellung mit meinem Rucksack einzunehmen und ich suchte mir dann Baumstümpfe in entsprechender Höhe aus, um mich daran zu lehnen.

 

Hans lernte Rick und Len kennen, die mit uns im Boot am Gordon River saßen. Rick, gebürtig auf Vancouver Island wusste viel Lehrreiches über den alten Baumbestand und Hans war begierig, mehr über diese Baumriesen zu erfahren. Wenn man so durch diesen Urwald wanderte, wurde man richtig ehrfürchtig. Vom vielen Nach-oben-Schauen begannen bald die Nackenmuskeln zu schmerzen. Es gab viel 2. Baumnachwuchs, aber zwischen den jüngeren Bäumen schaute manch uralter Baumwuchs heraus. Sitkatannen von vielleicht 40 – 50 Metern waren zu sehen. Wie viele Schiffbrüchige haben diese uralten Bäume in der Vergangenheit wohl gesehen?

 

Noch frisch und wenige Kilometer in den Beinen freuten wir uns über den Weg, der sich auf und ab durch den Urwald windete. Wir empfanden es als Spiel, mit den ganz besonderen Anforderungen des Trails zurecht zu kommen, über die Wurzeln zu balancieren und dabei immer darauf bedacht sein, keine nasse Füße oder schmutzige Schuhe zu bekommen. Je länger dieser Tanz aber andauerte, umso mehr wünschte ich mir, doch endlich am Camper Creek anzukommen. So langsam fühlten wir unsere Fußgelenke und der Rucksack drückte immer mehr auf die Hüften. Jeder Holzsteg, der Sumpfpassagen überwand, wurde von uns als Erleichterung empfunden. Wir nannten sie daher auch „highways“, also Autobahnen, obwohl sie manchmal ganz schön morsch waren. Man hatte zwar begonnen, die alten Stege durch neue zu ersetzen. Aber es war noch viel zu tun. Man musste schon gut auf seine Füße achten, denn nicht jede Stegplanke war zum Auftreten zu nutzen.

Endlich angekommen, war der Zeltplatz diesmal schnell ausgesucht, denn es gab gar nicht mehr so viele Möglichkeiten für unser doch langes Nallo-Zelt. Die Sonne ging unter und es wurde schnell kühler. Da war es schön, sich an ein wärmendes Feuer zu setzen, wie es die Kanadier neben uns gerade angefeuert hatten. Schlau wie sie waren, hatten sie Holzschnitzel aus der Toilette als Starter für das Feuer benutzt. Zur vollständigen Erwärmung sorgte dann noch ein Getränk mit dem Decknamen Apfelsaft, was aber eher unter der Bezeichnung „Tequila“ im Handel erhältlich ist. Es waren interessante Leute dabei, darunter ein Meeresbiologe aus Victoria, der mehr erzählte über den "Blue Blubb", der sich in der Juan de Fuca Strait befindet. Und ich habe mehr erfahren über die Weltklasse-Orte zum Seekajak-Fahren.

 

Tag 2: Von Camper Creek zum Walbran Creek (9 Km) ... 8.08.2016

Am nächsten Morgen begrüßte uns leichter Regen, der auf das Zeltdach tropfte. Aber das Wetter besserte sich zusehends und Warten machte keinen Sinn – der Tag heute würde noch einmal richtig anstrengend werden. Also auf geht’s – die Wurzeln und Schlammlöcher warten bereits! Um genügend Zeit für die Strecke zu haben, versuchten wir vor 9 Uhr aufzubrechen. Klingt spät, aber es ist viel zu tun, bis man marschbereit ist. Wir verzichten auf einen Wasserfilter wegen des Platzmangels und da heißt es erst einmal Wasser abkochen, abkühlen lassen, Frühstück zubereiten, Zelt abbrechen und und und….

 

 

Ein bisschen müde in den Knochen fühlten wir uns schon nach dem ersten anstrengenden Trekkingtag, aber immer noch in passablem Zustand. Gott sei Dank bis jetzt keine Blasen, weil wir beide Sportschuhe trugen, die einfach angenehmer sind. Keine Hochtourenstiefel mehr wie in 2010, die besonders Hans riesige Probleme bereiteten. Und für mich war es damals immer ein total unsicheres Gefühl gewesen mit diesen harten Stiefelsohlen auf den schlüpfrigen Stämmen zu balancieren und das bei einem in 2010 operierten Wadenbeinbruch. Es war damals eher der Horror…Doch man lernt dazu…

 

 

Der zweite Abschnitt des WCT erwies sich als ähnlich wie am Vortag. Schlammtöpfe, Wurzeln, marode Holzstege. Nun kamen noch Holzleitern dazu, die in die Schluchten führten und die man auf der anderen Seite auch wieder hinaufsteigen musste. Ächz, Stöhn. .Die Natur um uns herum war außergewöhnlich schön, aber der Eindruck wurde etwas geschmälert durch den schwierigen Pfad. Man musste immer schauen, wohin man trat und hatte nicht immer den Blick für die tolle Umgebung. Schade. Die Holzstege waren hin und wieder durch neue Zedernstege ersetzt worden. Aber da ist wirklich noch viel zu tun. Oft hatte man das Gefühl, dass man gleich mit dem schweren Rucksack einbrechen könnte. Daher war das Ganze ein Wandern mit „Schmetterlingen im Bauch“. Auch ein Abenteuer…

 

 

Wir trafen Rick und Len wieder an einem Abschnitt mit lauter Holzstegen. Die Beiden machten eine Pause und für uns war das die Gelegenheit zu kurzem Austausch. Von Rick lernte ich, dass die Büsche, die am Rande des Holzstegs wuchsen, Salal-Beerenbüsche sind – und die Beeren sind eßbar. Toll. Sie schmecken so ähnlich wie schwarze Johannisbeeren. Es gab jede Menge davon und von nun an aß ich mich quasi durch den West-Coast Trail. Mit der Zeit holte ich mir beim Wandern stets ein paar Ästchen, die ich so nach und nach abrupfte. Meine Vitamin C-Zufuhr war gesichert und magenfüllend war das Ganze auch. Wir hatten eine knapp berechnete Essensration für die max. 6 Tage Trekking dabei. Da kamen mir die Beeren gerade recht.

 

Als wir fast beim Walbran Creek-Zeltplatz angekommen waren, trafen wir Kavan und Rebecca an einer netten Picknick-Stelle. Wir hatten uns zu dem Zeitpunkt noch nicht vorstellen können, mit den Beiden später am Lagerfeuer zu sitzen und den Rest des WCT in den folgenden Tagen gemeinsam zu unternehmen…

 

 

Einen passenden Übernachtungsplatz finden, sein Zelt in einer Nische aufzubauen und das Ganze dann mit Strandholz als „eigenen Grund und Boden“ abzusichern – das waren die ersten Aufgaben bei der Ankunft am Campingplatz. Und so wie es schien, war und ist es ein besonderes Bedürfnis des Menschen eine nette Ecke zum Bleiben zu finden und sein Haus zu bauen.. Zumindest entstand dieser Eindruck, wenn man sich den Walbran-Zeltplatz am Pazifik anschaute. Es gab viele Burgen…

 

Nach der erhitzenden Aufbauarbeit kam mir das kühle Wasser des Walbran Creek gerade recht. Nebel kroch in das kleine Tal und das letzte Abendlicht gab eine geheimnisvolle Atmosphäre. Ein holländischer Junge hatte sich ein kleines Floß ergattert und fuhr damit auf dem Bach herum. Schön sah es aus.

 

 

Es wurde dunkel und ich packte meine Super-Stirnlampe und machte mich zu Rick und Len auf. Denn Rick hatte ein großes Lagerfeuer gebaut und nach dem Schwimmen war mir doch ein wenig kalt. Len und ich wetteiferten mit unseren Stirnlampen und er schaute schon erstaunt, als er sah, dass seine Black Diamond Edellampe nicht mit meinem deutschen Fabrikat mitkam. 1500 Lumen sind halt schon eine Hausnummer. „Ätsch“ kam von mir und dann ist das blöde Ding von Stirnlampe doch plötzlich ausgegangen und ließ sich auch nicht wieder zum Anspringen ermuntern. Mist! Alles ja kein Beinbruch, wenn ich nicht dringend auf Toilette gemusst hätte und jetzt war ich gezwungen, dieses Black Diamond-Ding von Len anzunehmen, um nicht über das Ganze Strandholz zu stolpern, das sich im Weg befand. Da schämte ich mich wegen der Angeberei doch gewaltig und Len lachte sich ins Fäustchen.Die Geschichte bekam ich Tage später noch mehrmals aufgetischt….

 

Tag 3: Von Walbran Creek bis nach Cribs Creek (11 KM) ... 9.08.2016

Unsere WCT-Gruppe wurde größer und größer…

 

 

Gestern Abend saß ich mit Rick und Len zusammen und wir haben jede Menge gescherzt und nette Gespräche gehabt. Dann gab es noch ein gemeinsames Lagerfeuer, was ich mit Hans zusammen in Gang gesetzt hatte und zu dem wir Kavan und Rebecca einluden. Hans und ich freuten sich, dass sich eine nette kleine Truppe zusammengefunden hatte, mit der man diskutieren konnte, Erfahrungen austauschen konnten und mit denen man jede Menge Spaß nach einem langen Fußmarsch hatte.

 

 

Am nächsten Morgen „musste“ Hans dann Samariterdienste tun. D. h. ich bat ihn darum. Hinter uns hatte ein serbisches Ehepaar, die während des Krieges nach Kanada immigrierten, ihr Zelt aufgebaut. Die Frau hatte große Probleme mit einer Blase an ihrer rechten Ferse, was den Weitermarsch sehr erschweren würde. Also hat ihr Hans das große Ding aufgestochen und mit einem Compeed-Blasenpflaster versorgt. Das war echt nett von ihm! Die Beiden waren ihm auch sehr dankbar.

 

 

Heute war „Chez Monique-Tag“. Chez-Monique ist eine kleine Hüttenstadt, wo Monique, ihres Zeichens 70-Jährige und verheiratet mit einem Native, mit ihrer Truppe Burger, also Hamburger, anbietet. Die sind mit 20 Dollar pro Stück zwar teuer, aber nach ein paar Tagen Trockenfutter aus der Tüte, Schokolade zum Frühstück und Müsliriegel unterwegs freut man sich schon über was saftig Gebratenes. Zudem ist es kultig dort einzukehren.

 

 

An diesem Tag sind wir am Strand entlang marschiert, was schneller vonstatten ging. Wir hörten die Rufe der Seelöwen und hielten nach ihnen Ausschau. Ja, da waren sie auf den dem Ufer vorgelagerten Felsen. Plötzlich sahen wir zwei Orcas, Killerwale, die die Bucht querten. Man konnte sie gut an ihren hoch aufragenden Rückenfinnen erkennen.Ja, wo Seelöwen sind, sind meist auch Orcas. Dann war der Leuchtturm von Carmanah sichtbar, der mit seinem Anbau wie eine Burg aussah. Hoch oben auf dem Fels thronte er. Heute war das Hiken mit einem komplett anderen Gefühl verbunden. Alles fühlte sich mehr wie ein Strandurlaub an. Es war eher ein Vergnügen, so am Strand entlang zu wandern, weil der Sand recht fest war und es keine großen Höhenunterschiede im Gelände gab.

 

Es waren eine Menge Hiker bei „Chez Monique“ und so beeilten wir uns, unseren Burger mitsamt Coke zu bestellen. Man hatte das Gefühl wieder zurück in der Zivilisation zu sein. Der Burger war groß und wirklich gut. Monique hat in ihrem Bistro noch mehr zum Verkauf angefangen von kleinen Snacks bis hin zu Bier und Limonaden. Wer nicht mehr genügend Proviant hat, kann sich da ganz gut versorgen.

 

 

Die letzten 2,5 Kilometer liefen sich dann ganz gut. Der Magen war gefüllt und ein Gefühl der Zufriedenheit stellte sich ein…

 

 

Tag 4: Von Cribs Creek zu den Tsusiat Fällen (16 kM) ... 10.08.2016

Der heutige Abschnitt schien ein bisschen weniger anstrengend zu sein, obwohl die Distanz 13 Kilometer beträgt. Außerdem brachten mich all diese Salal-Beeren, die ich immer wieder am Rande des Weges zu mir nahm, vorwärts.

 

 

Rick und Len erzählten uns von einem Platz vor dem Nitinat-See, wo es Pfifferlinge gab. Sie waren in ihrer Jugend mehrfach auf dem WCT gewesen und kannten sich in der Gegend super aus. Früher hatten sie die Pfifferlinge gesammelt und verkauft. Pfifferlinge – bei Hans machte es klick und er war hellwach. So was lässt er sich nicht entgehen. Also ging er hellwach auf die ersten Kilometer und suchte den Weg ab. Die zwei Brüder waren aber schneller und kamen zuerst zu ihrem Geheimplatz. Wir hörten sie wie sie sich durch das Gebüsch bewegten. Man nennt das im Englischen „Bushwhaking“, sprich querfeldein sich durch die Büsche schlagen. Len kam heraus und zeigte mir seinen Beutel mit den ersten kostbaren Pilzen aus dem Wald. Es war super. Hans ist natürlich auch gleich in die Büsche gesprungen. Da hält ihn gar nichts mehr. Am Ende kamen die Drei mit so vielen Pilzen zur Nitinat-Fähre, dass das Abendmahl gesichert war. Da würde jeder einen Happen abbekommen. War schon toll so Pilz-Gleichgesinnte zu treffen!

 

 

Die Einkehr an der Nitinat-Fähre ist auch so eine kultige Sache und daher schon ein Muss. Hans und ich teilten uns ein Kabeljaufilet, was frisch gefangen war und entsprechend schmeckte. Da hätte man noch mehr davon essen können.

 

Als wir nach 6 – 7 Stunden Marschzeit an den Tsusiat-Wasserfällen ankamen, hatte es noch genügend Platz für unser Zelt. Letzte Nacht hatten wir ziemlich viel Rauch abbekommen. Jeder wollte halt sein Lagerfeuer machen und das nebelte bzw. rauchte den ganzen Campingplatz mit der Zeit ein. Diesmal haben wir uns etwas weiter von den anderen Zelten entfernt „angesiedelt“, um der Gefahr von „Erstickung durch Rauch“ zu entgehen…

 

 

Hans half Len ein bisschen bei der Zubereitung der Pfifferlinge. Len wollte sie richtig knusprig anbraten und hatte sich dazu Butter vom Bistro an der Nitinat-Fähre mitgenommen. Hat auch entsprechend lecker gemundet. Dank an Len und Rick für ihr ganz besonderes Ess-Geschenk an diesem Abend!

 

Day 5: Von den Tsusiat-Fällen zum Darling Fluss (11 KM) ... 11.08.2016

Hans und ich wollten zuerst auf der nächsten Etappe zum Michigan Creek wandern. Dann hätten wir am letzten Tag nur noch 12 km bis zum Ende des WCT bei Pachena Bay. Alle anderen der Gruppe wollten aber zum Zeltplatz am Darling River marschieren, da dort ein schöner Wasserfall sei. Also schlossen wir uns der Mehrheit an.

 

 

All die Tage zuvor hatten wir die Drahtseilbahnen nicht benutzt und sind stattdessen durch die Bäche gewatet. Das Wasser war nie so hoch gewesen, dass man zur Drahtseil-Alternative gezwungen gewesen wäre. Heute aber, am Klawana-Fluss, war der Wasserstand so hoch und wir entschieden uns für die Drahtseil-Variante. Zuerst musste man den Drahtkorb mal heranholen, was Muskelarbeit war. Dann stieg Hans als Erster mitsamt seinem Rucksack ein. Das Video zeigt die luftige Fahrt. Ok. Dann wieder Drahtkorb einholen, was mit Unterstützung von Hans auf der anderen Seite etwas leichter ging. Allerdings fielen mir die letzten Meter sehr schwer und ich war froh, als Rick und Len die Leiter hochkamen, um mir zu helfen. Ich hätte es sonst, so glaube ich, auch nicht geschafft, den Drahtkorb in Position zu halten, den schweren Rucksack und dann noch mich in den Drahtkorb zu hieven, bevor das gute Ding lossaust. Wahrscheinlich hätte ich zuerst den Rucksack alleine rüberbefödert. Aber da Rick und Len da waren und alles hielten, war es für mich eine komfortable Sache. Ganz Gentlemen-like…

 

 

Heute gab es sowohl Strandabschnitte wie auch Teile im Inland, im Regenwald. Die Herausforderungen wurden von Tag zu Tag geringer und so auch heute. Es ließ sich leichter laufen. Allerdings war das Gewicht des Rucksacks nur unbedeutend geringer, da man ja immer viel Wasser für unterwegs mit sich schleppte. Außerdem nahm ich insgeheim etwas Ballast aus dem Rucksack von Hans, der ja seine gesundheitlichen Probleme zu bewältigen hatte. So langsam machte sich in meinen Knien aber auch ein gewisser Schmerz bemerkbar. Es war Zeit, dass dieses Trekking sein Ende fand.

 

 

Als wir dann als Letzte zum Zeltplatz kamen, haben uns sowohl Jeff und Tracy wie auch die Anderen einen Zeltplaz neben sich frei gehalten. Mann, das war totale Freundschaft. Ich hatte einen richtigen Kloß im Hals…

 

 

Als Erste kamen Len und Rick zum Zeltplatz am Darling-Fluß. Len sah gerade noch, wie ein Schwarzbär im Wald verschwand. Er verfolgte ihn, um ihn letztendlich zu verscheuchen. Der gute Bär nahm so die Beine in die Hand, dass er dabei den Wanderweg ordentlich einkotete. Der Arme….

 

Uns war allen klar, dass dies der letzte gemeinsame Tag sein würde. So eine gewisse Traurigkeit machte sich breit. Len und Rick wollten einen Tag Pause einlegen und auf dem Zeltplatz bleiben. Besonders Len war ganz schön kaputt da er das meiste Gewicht trug und immer gute 30 kg auf dem Buckel hatte. Kavan und Rebecca wollten am nächsten Morgen ausschlafen und dann gemütlich nach Pachena Bay wandern, um dort noch einen Tag zu bleiben. Nur Jeff und Tracy planten wie wir die Rückkehr mit dem Bus nach Gordon River.

 

Am Abend versammelten wir uns zu einem Gruppenfoto. Wir hatten so viele schöne gemeinsame Stunden verlebt, das musste festgehalten werden. Eine letzte gemeinsame Aktion war es, den Schriftzug „WCT 2016“ aus Steinen zu formen.

Rick hatte einen schönen Lagerplatz zurecht gemacht und das Feuer brannte bereits. Len packte sein Lagerfeuer-Popcorn aus und machte es fertig. Schluck! Wieder ein Kloß im Hals! Es war so toll gewesen, diese fünf Tage der Anstrengung und der Erfahrungen miteinander zu teilen, abends zu diskutieren und zu scherzen und einfach – auf einer Wellenlänge zu schwimmen. Aber die Sanduhr läuft und die Stunde des Abschieds nahte. Die Mailadressen und Handynummern waren schon längst ausgetauscht und es war tröstend, auf diesem Weg noch eine Kontaktmöglichkeit zu haben. Schaltstelle sollte meine Webseite sein sowie mein Dropbox-Account, um Bilder und Nachrichten zu senden.

 

 

 

Zugegeben, es  ist nicht so leicht, einen Rucksack mit vielleicht 22-23 kg auf den Rücken zu hieven. Das Ganze geht dann auch nicht so kommentarlos vonstatten, siehe Video unserer Girls.

Tag 6: Vom Darling-Fluss zur Pachena Bay und Schluss (14 KM) ... 12.08.2016

Am frühen Morgen noch einige ganz liebe Umarmungen für Kavan und Rebecca, die extra früher aufgestanden sind, um uns nochmals persönlich Tschüss zu sagen. Tja, dann und dann fühlte sich mein Rucksack noch schwerer an. War es der Rucksack oder waren es die Knie, die sich plötzlich weich anfühlten?

 

 

Wir sind früh los, weil wir den Bus in Pachena Bay erreichen mussten. Ziel war es um 13:00 Uhr dort zu sein. Also sind wir um 7:30 Uhr bereits am Strand entlang getigert. Also wir da so im Sand gingen, sahen wir ganz deutlich Bärenspuren. Sollte das der Bär von gestern gewesen sein. Ziemlich plausibel. Jeff und Tracy sind 45 Minuten nach uns los und sie erzählten uns später, dass sie den Bären gesehen hatten, wie er vom Strand kommen Richtung Wald abbog.

 

 

Nach dem Pachena Leuchtturm dachten wir eigentlich die Seelöwen an der Küste zu hören. Aber diesmal war alles still. Wir sind dann noch den Abzweig gegangen, sahen aber keine Seelöwen. Dafür gab es aber noch einige Pfifferlinge längs des Weges. Ich baute einen kleinen Schrein für Len und Rick und legte einen größeren Pilz darauf. Wer weiß, vielleicht ist er ja am nächsten Tag, wenn die Beiden kommen, noch da…

 

 

So langsam war einem jede Leiter, die es hochging, eine zu viel und jedes Schlammloch wurde mit Verachtung umrundet. Es war Zeit endlich anzukommen, zu finishen, auf den Bus zu gehen und zu unserem Auto zurück zu fahren, um sich zu erholen. Um 12:15 Uhr sind wir an der Ranger Station in Pachena Bay angekommen. Wir riefen die Busgesellschaft an und reservierten uns Sitzplätze. Wenig später kamen Jeff und Tracy auch an. Dann ging es nichts wie ab auf den Zeltplatz, einige Süßigkeiten für den Bus kaufen und wieder mal eisgekühlte Cola in unsere Kehlen fließen lassen. Es tat so gut!

 

 

Die Rückfahrt im Bus war heftig. Ständiges Geschaukle, dann wieder Stoppen, weil ein Holztruck mit Urwaldriesen entgegenkam. Gott sei Dank kündigten diese sich immer über Funk an und der Busfahrer hielt rechtzeitig auf der Forststraße. Anders konnte man diese ungeteerte Strecke auch nicht nennen. Gute 4 Stunden dauerte die Tortur. Dann ein letztes Drücken für Jeff und Tracy die noch mehrere Autostunden hinter sich bringen mussten. Wir fuhren dagegen nur um die Ecke nach Port Renfrew, wo wir im „Wild Renfrew Restaurant“ unseren abgeschlossenen WCT 2016 feierten.

 


Auf dem Weg nach Victoria

Wir haben mit Arcteryx die Vereinbarung getroffen, dass wir die Jacke in dem Fachgeschäft "Ocean River Sports" in Victoria abholen. Also stand unser Ziel fest. Unterwegs haben wir am Strand Picknick gemacht und unter anderem kanadische VW-Bus-Fahrer aus Victoria getroffen, mit denen wir uns intensiv ausgetauscht haben....

Im Hintergrund sieht man die Bergkette des Olympic-Parks. Das ist Festland und gehört bereits zu den USA. Unser nächstes Ziel!

Zwei Tage in Victoria (Vancouver Island)

Dieser Bericht und die Bilder sind ganz speziell meinen beiden Freundinnen Birgit und Karin gewidmet. Ihr habt Euch total wacker geschlagen im Kampf mit der Brustkrebs-Erkrankung. Karin, Du bist noch mitten drin in der Behandlung - ich wünsche Euch Beiden, dass Ihr inspiriert seid von den Bildern aus Victoria!

Das Drachenboot-Festival ist Brustkrebs-Patientinnen aus Kanada gewidmet. Viele von ihnen haben daran teilgenommen. Es gab Mixed-Boote und Boote, in denen nur Brustkrebs-betroffene Frauen gerudert haben. Zur Verstärkung haben aber auch Nichtbetroffene teilgenommen. Schön fand ich die Aktion mit chinesischen Lampions. An den Lampions waren Zettel befestigt, die ganz persönliche Botschaften an Betroffene oder von Betroffenen enthielten. Die Lampions wurden abends angezündet.

 

Inmitten des Drachenbootfestivals ertönte eine laute Schiffssirene - und die Fähre aus dem US-Hafen Port Angeles kam in den Hafen geschippert. Zugleich ertönte vom Hafengebäude laute Musik, um die Fähre willkommen zu heißen. Der komplette Schiffs- und Flugverkehr im Hafen stand still, bis die Fähre angelandet war. Ein erhebendes Gefühl!

Birgit und Karin - ich "setze Euch in das Boot mit der Start-Nr. 2"!! Schaut Euch diese Aufholjagd an!

Bilder aus Victoria, der Hauptstadt von Britisch-Kolumbien. Hier das Regierungsgebäude:

Die Fähre kommt im Hafen an:

Wir haben uns im IMAX-Kino in Victoria den 3 D-Film "Wild America" angeschaut, der zu Ehren der 100-Jahr-Feier der Geburt der Nationalparks eine Rundschau über einige Parks in den USA geboten hat. Das hat Hunger gemacht auf weitere Entdeckungstouren in den USA. Doch zuerst geht es noch einmal in den Norden von Vancouver Island. Noch am Abend fuhren wir Richtung Nanaimo.

 

Ich möchte gerne ein Seekajak ausleihen und eine Tour von Telegraph Cove aus starten. Mal sehen...


Zwischenstation in Campbell RiveR - 16.08.2016

Nach gut 250 Kilometern sind wir in Campbell River gelandet. Hier mussten wir uns erst einmal regenerieren. Es ist immer noch Wunden lecken vom Westcoast-Trail angesagt...

Abends am Telegraph Cove


Es sollte eine Seekajak-Tour werden - 17.08.2016

Mein großes Ziel war es u. a. auf Vancouver Island, eine ausgedehnte Tour mit einem Seekajak zu machen, ggf. mit einem Führer, da ich ja noch unerfahren bin, was Strömungen, Wind und Gezeiten angeht. Hans hatte ja ein eher traumatisches Erlebnis im Kajakkurs hinter sich und zeigte immer schon Widerstände. Doch er willigte ein, Richtung Telegraph Cove zu fahren, dem Eldorado der Seekajaker in der Johnstone Strait, wo es u. a. Wale zu sehen gibt.

Nun sind wir in Telegraph Cove angekommen und haben im dortigen Restaurant ein nettes Abendessen gehabt. Aber damit waren die Bedenken von Hans noch nicht verdaut. Irgendwie sah er sich in einem Seekajak schon von Killerwalen umkreist und seine Tendenz zu weiteren Aktivitäten ging immer mehr zu einem ausgereiften Boot mit Kapitän - sprich Walbeobachtungstour - statt in einem kippeligen Paddelböötchen den Meeresgewalten oder -ungeheuern zum Opfer zu fallen.

Somit sind wir nach einiger Irrfahrt in Port McNeill gelandet, um dort gleich bei dem einzigen, aber sehr erfahrenen Kapitän Bill McKay als zahlende Passagiere anzuheuern.. Und es hat sich gelohnt!

Die Bilder sind von Buckelwalen. Schaut Euch mal das Maul dieser Meeresriesen an - da passt was rein.

AdiEu Vancouver Island - Fährüberfahrt Victoria nach Port Angeles (USA) .... 19.08.2016

Olympic National Park - Hurricane Ridge... 19.08.2016

Mt. Rainier Nationalpark / Washington ... 20.8. - 23.08.16

Trailrunning des Skyline Trail (Paradise Pt.) ....21.08.2016

Old Patriarch Growth .... 21.08.2016

Sunset am Paradise Point

 

Camp Muir .... 23.08.2016

Juhu, ich habe die Zusage von Hans bekommen, dass wir zum Camp Muir auf 3.000 m Höhe steigen werden! Drei Tage lang habe ich ihn traktiert und immer wieder darum gebeten, wenigstens diesen Hike zum ersten Lager der Besteiger des Mt. Rainier zu erklimmen. Es ist zwar anstrengend, die 1.400 Hm zu machen. Aber es ist auch nur ein Hike.

 

So sind wir um 7.30 Uhr wieder auf der gleichen Strecke wie zwei Tage zuvor auf dem Skyline-Trail gewandert, um dann aber auf den Schneefeldern weiter in die Höhe zu gehen, bis Hans nach 2:45 min am Camp Muir anlandete. Ich habe 10 min länger gebraucht, dafür waren dann auch ein paar Photos im Kasten.Die Hanglage war etwa 30 Grad. Einige kleinere Steilpassagen brachten mich zum Schnaufen. Aber das war's dann auch. Mit 5 kg im Rucksack auch keine besondere Leistung.

Danach war erst einmal Rast angesagt. Uns Beiden hat es Spaß gemacht, sich mich Rangern oder anderen Bergsteigern zu unterhalten.

 

Die letztendliche Besteigung des Mt. Rainier vom Camp Muir aus ist eine anstrengende, aber nicht technisch sonderlich schwierige Besteigung von mind. 6 Stunden (wir wurde gerade berichtet von 9 Stunden - also abhängig von der Fitness der Seilschaft), bis man am Kraterrand dieses Vulkans angekommen ist. Steigungen von ca. 45 Grad und die Überwindung von Gletscherspalten auf Leitern gehört dazu. Mit der derzeitigen Form hätte ich mich dazu in der Lage befunden. Doch dazu benötigt es dann schon Seilpartner, um die Gletscherspalten sicher überwinden zu können.

Neugierig geworden, habe ich mich einen Tag später dann in Ashford bei einer Bergsteigerschule erkundigt, ob es Möglichkeiten gibt, sich zu einer Gruppe zu gesellen. Weit gefehlt - der Berg ist so beliebt, dass die geführten Touren schon im Januar des Folgejahres ausgebucht sind.

Bestiegen wird er in 3 Tagen: Am ersten Tag steigt man zum Camp Muir auf. Dann folgt ein Tag Pause bis Mitternacht, wo zum Gipfel aufgebrochen wird. Am dritten Tag erfolgt die Gipfelbegehung und danach der komplette Abstieg von 2.750 m bis zum Jackson Besucherzentrum.

 

Nach der Pause ging es abwärts - und zwar hurtig. Das Schneefeld wies Gangeln auf, aber frühere Begeher haben die steilen Passagen auf dem Po sitzend nach unten bewältigt. Diese Rinnen waren wie geschaffen, quasi im Telemark-Stil, ein Bein hinter dem anderen, nach unten zu gleiten. Absoluter Spaß! In 45 Minuten waren wir am Fuß der Schneefelder angelangt, zu einem Zeitpunkt, zu dem die meisten Tageswanderer in das Schneefeld steigen. In dem schon leicht sulzigen Schnee für die Spätaufsteher keine leichte Angelegenheit. Der frühe Vogel fängt eben den Wurm....

 

 

Radl-Tour auf der Parkstraße zum Longmire Inn .... 24.08.2016

Nachdem wir gestern Abend noch im Restaurant waren, um den Tages-Hike etwas zu feiern, haben wir die Nacht an der Zufahrtsstraße zum Parkeingang verbracht.

Morgens ließen wir gleich das Auto stehen und schwangen uns auf die Räder. Entlang der Parkstraße vom Nisqually-Parkeingang bis zum Longmire-Inn stehen Dutzende uralter Douglas-Tannen und Rotzedern. Der Park wurde schon vor der Jahrhundertwende um 1899 gegründet und seither stehen diese Wunderwerke der Natur unter Schutz. Ich habe die Straße Wunderland-Waldstraße (wonderland forest trail) genannt. Früh unterwegs, kann man ungestört durch Verkehr, diese Baumwelt genießen.

 

Dazu gehört auch, sich außen auf die Veranda des Longmire Inn zu setzen und einen Kaffee zu schlürfen. Nebenbei haben wir uns mit einem kalifornischen Ehepaar unterhalten, die in der Nähe des Lake Tahoe in Nordkalifornien wohnen. Und jetzt wissen wir auch schon weitere Anlaufpunkte in Kalifornien.


Eastside Trail im Rainier Nationalpark und Reise gen Süden...  25.08.2016

 

Letztes Bild vom Mt. Rainier und ein Gang in einem alten Zedernwald. Die roten Beeren sind Huckleberries - schmecken gut! Und dann Picknick im Freien am Abend...