29.5. - 10.06.    Spannende Tage in Windhoek

 

Unsere Besuchererlaubnis für Namibia läuft am 14. Juni ab. Also ist es an der Zeit, neue Überlegungen anzustellen für die Weiterreise. Eigentlich ist nach dieser Zeit ein Zweitaufenthalt in Südafrika geplant. Lt. Recherchen ist das aber nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen und wie das 2019 noch anstandslos funktionierte. Schon bei unserer Ausreise im März mit Zwischenintermezzo "PCR-Test" an der namibischen Grenze gab es bei der Rückkehr nach Südafrika und Wartezeit auf das Testergebnis nur noch 7 Tage. Denn wir waren ja bei unserem Besuch am namibischen Grenzposten offiziell aus Südafrika ausgereist. Keine Gnade mehr - die Dame vom Immigration Service kennt offensichtlich nur zwei Dinge: Entweder gibt es drei Monate oder eben 7 Tage. Dazwischen ist nix.

 

Nach zwei Tagen Rennerei und Telefoniererei in Windhoek wissen wir es: Südafrika ist gnadenlos und hat offensichtlich kein Interesse an Touristen-Finanzspritzen. Wir müssen davon ausgehen, dass wir an der Grenze zu Südafrika nur noch 7 Tage zur Ausreise genehmigt bekommen. Selbst in der HIgh Commission of South Africa, wo wir vorstellig waren, konnte uns nicht geholfen werden. Dort sind wir mit Hinweis auf Gesetzeslagen hinauskomplementiert worden. Wir sollen uns doch an die Grenzstationen wenden. Mit denen haben wir dann auch ausgiebig telefoniert. Ja - es gibt noch eine Möglichkeit: Rückkehr ins Heimatland und erneute Anreise. Dann gibt es wieder 90 Tage. Na danke.

 

Wir haben ja Gott sei Dank noch eine andere Option, die wir dann auch angegangen sind. Erst Erkundigungen bei Freddy und Rita und dann noch bei Christina von der Elisenfarm einholen und dann ab zum Department of Home Affairs und Immigration und dort eine dreimonatige Verlängerung unseres Aufenthalts eben in Namibia beantragen. Ich war in meinem Leben ja schon öfters in einer solchen Abteilung, aber nie in der Situation, dass ich mal als Bittsteller für die eigene Person auftreten muss. Hier in Windhoek flutschte es aber ohne Probleme. Die richtige Argumentation ins Antragsformular eingetragen und dann Abgabe der Pässe. Man fragte freundlich an, wann wir die Pässe denn wieder abholen wollten - morgen oder übermorgen? Das waren doch postive Anzeichen!

 

Zwei Tage darauf die gleich Prozedur. Nein, eigentlich war es keine Prozedur, denn wir konnten uns immer an einen Soldaten vor Ort wenden, der uns höflich  und unter Umgehung einer 50-m-Menschenschlange gleich zur richtigen Stelle verwies. Nicht, um uns als Weiße bevorzugt zu behandeln, aber Hans ist Senior-Citizen, also Rentner, und die haben in Namibia selbst bei einem Spar an der Kasse schon mal Vortritt. Und erst recht im Ministerium! Außerdem mussten wir an einen anderen Schalter als die vielen Schwarzen, die mit einer Nummer versehen draußen geduldig warteten. Ein kurzer Blick in den Pass: Juhu, weitere drei Monate bis Ende August! ... und hörbares Aufatmen.

 

Das muss gefeiert werden. Food Lovers ist eine Supermarktkette mit einem etwas besseren Lebensmittelangebot. Da kann man auch gut Fleisch kaufen. Und es gibt eine große Salatbar. Also mal ordentlich aufhäufen und Salat futtern! Jetzt schmeckt es wieder.

 

Wir haben jetzt so richtig viel Muße und sind nun schon fünf Tage in Windhoek. Immer wieder entdecken wir neue Ecken. Da ist Raith's Bäckerei und Deli-Geschäft, in dem es leckere belegte Brötchen zu Mittag und Marzipanhörnchen gibt. Dann ist unweit "Uncle Spike", der eine Fundgrube mit gebrauchten Büchern ist und wo man auch seine ausgelesenen Bücher eintauschen kann. Und Kaffee trinken hoch oben auf der Terrasse der Heinitzburg mit Blick über Windhoek ist ein Genuss!

 

 

 

 

Aber auch im Elisenheim-Campingplatz werden wir immer vertrauter mit Andreas und Christina, den Besitzern. Andreas nimmt unsere Campingtruppe mit auf eine 4x4 - Fahrt zu seinem Damm und der Umgebung.

Viel Freude haben wir mit den beiden Aufpassser-Hunden Molly (Mitte) und Luna (rechts).  Aber Erziehung muss auch sein. Luna ist schon recht fordernd nach Streicheleinheiten oder auch mal Leckerbissen. So tappste sie mir einfach mit ihrer Pfote aufs Laptop. Da hörte der Spaß dann auf.

 

 

Das Dachzelt wurde zum Vogelbeobachtungsstand.

 

Und wenn der Lockdown kommt, suchen wir die Einsamkeit auf der Omandumba-Farm

 

Die Region Windhoek ist seit dem 15. Juni abgeriegelt. Nur wichtige Versorgungstransporte sind erlaubt oder Touristen können noch über den Hosea-Kutako Flughafen ausfliegen. Für alle anderen tritt die Sperre in Kraft. Das tägliche Leben läuft weiter und es wird gearbeitet. Aber die Mobilität  ist für das Corona-Epizentrum Windhoek ein Fremdwort geworden.

Wir sind seit dem 11. Juni schon nicht mehr in Windhoek und haben uns für eine Woche auf der Omandumba-Farm eingemietet. Diesmal wollen wir Einsamkeit und Natur pur und wählten das Caveman-Camp, was idyllisch in ein Felsennest gebaut wurde. Wir fühlen uns hier richtig wohl.. Von unserem erhöhten Standort können wir die Sonnenuntergänge beobachten und nach Tieren Ausschau halten.